Mit Tiago Monteiro

Honda Civic Type R – Mitfahrt auf der Rennstrecke

Vor der Markteinführung des neuen Honda Civic Type R haben wir eine erste Ausfahrt mit ihm gemacht. Tiago Monteiro hat uns eine Runde mitgenommen und beweist damit, dass nicht nur die Optik des neuen Civic Type R überzeugt.

Veröffentlicht am 28.07.2022

«Er ist sehr einfach zu fahren», sagt Tiago Monteiro lässig, während der Type R sauber in eine schnelle Schikane einschwenkt. «Man muss ihn nicht zum Übersteuern provozieren, die Gewichtsverteilung und das Ansprechverhalten sind wirklich gut. Deshalb denke ich, dass man hier, in dieser Schikane, die grösste Verbesserung gegenüber dem letzten Type R spüren kann.» Von einer S-Kurve spricht der portugiesische Rennfahrer – und diese macht viel Spass!

Dies entspricht den Worten von Ko Yamamoto, dem technischen Berater von Honda Motor Europe, der mit uns über den neuen Civic Type R bei dieser Veranstaltung für Beifahrer auf der italienischen Rennstrecke Tazio Nuvolari sprach: «Die Verbesserung der Fahrwerkssteifigkeit und des Fahrverhaltens - und auch die Aktualisierungen an Lenkung und Aufhängung - sind der grösste Gewinn gegenüber dem vorherigen Type R. Er ist einnehmender und selbstbewusster.»

 

Noch keine technischen Details...

Das soll aber nicht heissen, dass es nicht auch beim Antriebsstrang grosse Neuigkeiten gibt. Der neue Civic Type R konzentriert sich auf Gewichtseinsparungen und höhere Steifigkeit. Ausserdem wird er der stärkste Type R aller Zeiten sein, dank des aufgewerteten 2,0-Liter-Vierzylinder-Turbomotors, der eine überarbeitete Turbogeometrie, eine verbesserte Kühlung und mehr Abgasgegendruck erhält, um das Ansprechverhalten zu verbessern. Genauere Infos gibt es aber bislang noch keine.

Das scheint zu funktionieren, denn im Betrieb kann ich beobachten, wie der digitale Drehzahlmesser erneut in Richtung der 7.000-U/min-Redline klettert, komplett mit blinkenden roten Schaltlichtern und einem subtilen Motorengeräusch. Die Leistung kommt in einem konstanten, linearen «Paket» an, der sich fast wie ein Saugmotor aufbaut und erst in den letzten Zügen des Drehzahlbereichs nachlässt. Ein kurzer, aber sanfter Tritt auf das Bremspedal, ein sehr direkter Schaltvorgang mit dem stummeligen Metallknauf (jetzt mit kürzerem, schnellerem Schaltweg), ein spassiges, massiv griffiges Einlenken in eine weitere enge Rechtskurve, und schon wird der Type R wieder Horizont gefeuert.

 

 

Runden auf der Rennstrecke

Auch auf der Rennstrecke ist er ganz klar in seinem Element. Von der feinfühligen Art, mit der er auf Lenkeingaben zu reagieren scheint, bis hin zu der sauberen, fokussierten Art, mit der die Michelin Pilot Sport 4S-Reifen - die jetzt breiter sind als zuvor - das Auto in Kurvenausgängen in der Spur halten.

Honda hat nicht bestätigt, um wie viel steifer das Auto ist, und auch nicht, wie hoch das Gewicht und die Leistung sind, aber man kann spüren, wie der neue Type R auf der Rennstrecke ein wenig über die Wellen wackelt. In den Kurven, in denen die Seitenführungskräfte sehr hoch sind, ist auch ein Hauch von Reifenabrieb zu spüren, wenn der Wagen versucht, ein wenig zur Seite zu kippen. Selbst dann zeigt sich das Auto spielerisch und beherrschbar, denn das Diff leistet bemerkenswerte Arbeit, um die Vorderräder in die richtige Richtung und in Kontakt mit der Strecke zu halten, unabhängig von Bordsteinen und Bodenwellen. Dank der um 16 Prozent erhöhten Sturzsteifigkeit an der Vorderachse.

Wie aber bereits mehrfach erwähnt gibt Honda noch keine genaueren Details zum Civic Type R. Diese kommen erst zu einem späteren Zeitpunkt. Laut Leaks aus Japan hat die neue Generation des Honda Civic Type R 10 PS und 20 Nm mehr. Von offizieller Seite wurde dies bislang noch nicht bestätigt.

 

Fotos: Dario Fontana
Text: Dario Fontana

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