Geheimtipp?

Lynk & Co 01 – die Zukunft des Automobils?

Der Lynk & Co 01 bricht mit vielen Traditionen. Man soll ihn nicht kaufen, stattdessen am liebsten noch verleihen. Der Hersteller sieht sieht sich in einer Reihe mit Netflix oder Airb’n’b. Am Ende überrascht aber vor allem eines: Das Auto ist bemerkenswert gut.

Veröffentlicht am 28.10.2021

Vollmundige Versprechungen gehören zum Alltag. Das Höher, Schneller, Weiter der Autobranche ist ein altes Spiel. Umso mehr überrascht es dann, wenn ein Hersteller davon spricht, dass sein Produkt nicht besser sei als das der Konkurrenz. Denn niemand würde heutzutage mehr schlechte Autos bauen – man könne sich dies gar nicht leisten.

Es ist ein Einstand, den man auf den ersten Blick nicht recht einzuordnen vermag. Will Alain Visser, seines Zeichens CEO von Lynk & Co, das neue Auto herunterspielen, oder einfach nur die Erwartungshaltung senken? Schon auf den ersten Metern wird klar: Es muss ihm um etwas anderes, etwas grösseres, gehen. Denn der 01, sprich: zero-one, ist überraschend gut.

Der Lynk & Co 01 ist einer der besten Plug-in-Hybride im Kompaktsegment

Auch wenn die Marke Lynk & Co noch unbekannt ist, so kann sie doch aus dem Vollen schöpfen. Als Startup des chinesischen Geely-Konzerns durfte sie sich fleissig am Volvo-Teilebaukasten bedienen. Der kleine SUV 01 steht entsprechend auf der Compact Modular Architecture CMA, die auch den Volvo XC40 unterbaut.

Die Hardware ist entsprechend aus dem noblen Schweden bekannt. In der PHEV-Variante arbeitet unter der Haube des Lynk & Co 01 ein 1,5-Liter-Turbo-Dreizylinder mit 180PS und 265Nm. Dazu kommt ein 81PS starker Elektromotor, der seinerseits 160Nm an die Vorderräder weiterleitet.

Verwaltet wird die Kraft von einem 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, das seiner Sache im Hybrid- und Power-Modus sehr unauffällig und geschmeidig nachgeht. Überhaupt ist die Eleganz der Bewegung des Lynk & Co 01 bemerkenswert. Alles wirkt gut gedämmt und hochwertig. Man hat nicht das Gefühl in einem Kompaktklasse-SUV zu sitzen.

Das Interieur trumpft mit einem sehr guten Infotainment auf

Daran hat vor allem das sehr hochwertige Infotainment seinen Anteil. Mit knapp 13 Zoll ist nicht nur die Display-Fläche des zentralen Touchscreens sehr gross, es ist vor allem die Menüführung die begeistert. Gute Grafik, clevere Übersichten, vor allem aber messerscharfe Reaktionen. Hier hängt nichts, hier ruckelt nichts, es wischt einfach mit dem Finger mit.

Dazu kommt ein digitales Insturmentarium, dessen Layout jedem bekannt vorkommt, der schon einmal in einem Volvo gesessen hat. Gleiches gilt für Blinkerhebel, Lenkrad und Bedienung des Schalthebels.

Der grösste Vorteil des Lynk & Co ist die Nähe zu Volvo

Hier liegt vielleicht der grösste Vorteil der neuen Marke. Es ist kein Startup, dass sich als one-trick-pony verkaufen muss, sondern eine Marke, die auf den unendlichen Entwicklungsfundus der Schweden zurückgreifen kann. Alles ist grundsolide, alles ist fein verarbeitet.

Wo wir bei der Ausstattung angekommen wären. Sie ist einfach zusammenzufassen, denn sie ist komplett. Ausser der Farbe kann der Lynk & Co 01-Kunde nichts wählen – und selbst hier nur zwischen Schwarz und Blau. Von den 20-Zoll-Felgen, über das Infinity-Soundsystem, dem adaptive LED-Licht, dem Panoramadach, der vollen Fahrerassistenz-Suite, elektrischer Sitzverstellung und so weiter. Es ist alles serienmässig mit an Bord.

Ein Auto, das man nicht kaufen soll

An dieser Stelle wird es nun allerdings speziell. Denn Lynk & Co möchte den 01 gar nicht zwingend verkaufen. Stattdessen setzen sie auf ein Abo-Modell. Für einen monatlichen Fixpreis kann man den SUV inklusive Versicherung, Steuer, Zulassung, ja sogar Service und Winterreifen einfach mieten. Eine Mindestlaufzeit gibt es dabei ebenso wenig wie eine Anzahlung.

Selbst eine Vermietung des gemieteten Autos ist nicht nur vorgesehen, sondern ausdrücklich erwünscht. Über die App kann man sein Auto registrierten Nutzern freigeben zu einem vorher vereinbarten Kilometerpreis. Das Handy des Entleihers wird kurzerhand zum digitalen Schlüssel für den 01 und die Fahrt kann beginnen. Das alles funktioniert reibungslos und ohne Hintertürchen. Im Falle eines Falles verspricht Lynk & Co eine unkomplizierte Abwicklung und direkten Ersatz.

Wo wir wieder beim Service wären. Dieser wird ebenfalls von Volvo übernommen. Nur das der Kunde nicht zur Garage kommen muss, sondern der Garagist kommt zum Auto.

Es bleibt nur ein Problem: Derzeit vertreibt Lynk & Co sein Modell noch nicht in der Schweiz. Gerade Zürich steht aber im Fokus der jungen Marke und man möchte auch hier in naher Zukunft einen Club eröffnen.

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