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Toyota-CEO über Antriebs-Strategie

Gill A. Pratt, CEO des Toyota-Entwicklungsinstituts, referierte am diesjährigen WEF über die Sinnhaftigkeit des Wandels zum vollelektrischen Hersteller und die Strategie von Toyota. Mit seinem Vortrag hat er durchaus einige interessante Aspekte aufgezeigt und betonte, dass Toyota ihre Klimaziele über andere Wege bestreiten wird als die meisten Mitbewerber.

Veröffentlicht am 09.02.2023

Gill Pratt ist seines Zeichens Chefwissenschaftler bei Toyota. Anfangs des Jahres referierte er am World Economic Forum in Davos und er zeigte dort einen durchaus interessanten und nachvollziehbaren Aspekt im Bezug auf den Trend zum vollelektrischen Fahrzeughersteller auf. Entgegen vielen anderen Herstellern vertritt Toyota die Strategie, dass es nicht ein einziges Antriebskonzept geben soll, sondern dass ein gesunder Mix aus verschiedenen Antriebsarten der Weg zum Ziel für ein bessere Klima sei.

Toyota ist bekannt für die grossflächige Hybridisierung seiner Modellpalette, genauso aber wird der japanische Hersteller das Konzept der mit Wasserstoff betriebenen Brennstoffzellen-Elektrofahrzeuge weiter vorantreiben. Der Vorteil liegt dabei vor allem in der höheren Reichweite. Pratt verwies auch auf die Rohstoffproblematik im Bereich der Lithiumgewinnung und deren sinnvolle Nutzung. 

Praxisbeispiel aus seinem Privatleben

Pratt nannte auch ein Beispiel für die Verschwendung der Rohstoffe anhand des von ihm für seine Frau angeschafften Tesla Model X. Dieses fährt jeden Tag maximal 50 Kilometer, wobei 90% des verbauten Lithiums gar nicht genutzt werden. «Das ist eine unglaubliche Materialverschwendung».

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Appell an die Aufrichtigkeit

«Eine wirkliche Diskussion besteht darin, dass es diese Beschränkungen bei der Erschließung der Ressourcen der Welt gibt, sowohl bei den materiellen Ressourcen als auch bei der Ladeinfrastruktur und der erneuerbaren Energie. Wenn das stimmt, wie können wir dann die Gesamtmenge des Kohlendioxids, die sich ansammelt, reduzieren? Das ist eine reife Diskussion, keine Traumdiskussion», so Pratt. Er appelierte auch an die Aufrichtigkeit seitens der Autohersteller; «sowohl gegenüber der Öffentlichkeit als auch gegenüber den politischen Entscheidungsträgern.»

Toyotas Rechnung: Es lässt sich mehr CO2 einsparen, wenn man über einen bestimmten Zeitraum noch eine breite Pallette an alternativen Antrieben anbietet, damit möglichst viele Menschen es sich leisten und erlauben können, mit einem solchen unterwegs zu sein. Würde man als Hersteller jetzt sofort voll auf Elektro umstellen, könnten viele Menschen noch nicht nachziehen und würden deshalb vorerst weiterhin auf Verbrenner setzen, obwohl sie vielleicht gar nicht wollten.

Text: Markus Kunz

Bilder: Toyota, World Economic Forum

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